Autarkes Tiny House aus Österreich

von | 31. Oktober 2017 | Koffie?, Nachhaltiges Bauen

Foto: wohnwagon.at

Als Anbieter von Sprachdienstleistungen und Übersetzungen für erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität und nachhaltiges Bauen ist der Kontakt zum Markt für uns lebenswichtig. Eine gute Gelegenheit, sich über das wachsende Angebot an nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen auf dem Konsumentenmarkt zu informieren, war die Green World Tour Messe, die am 13. Und 14. Oktober auf dem Campus Adlershof der Humboldt Universität in Berlin stattfand. Ein innovatives Unternehmen, das wir auf der Messe kennen lernten, möchten wir an dieser Stelle vorstellen.

Tiny Houses im Trend

Tiny Houses sind ein wachsender Trend. Beeinflusst wird dieser Trend vom zunehmenden Bewusstsein über unseren unverhältnismäßigen Ressourcenverbrauch, vom Wunsch nach einfachem Leben, vielleicht auch einfach von Individualismus und Abenteuerlust. Bisher wurden Tiny Houses fast immer in Eigenregie gebaut, aber inzwischen gibt es mehrere Unternehmen die auch fertige Tiny Houses anbieten. Ein ganz besonderes Tiny House ist der „Wohnwagon“.

100 % Autark

In ihrem Vortrag präsentierte Theresa Steininger, Geschäftsführerin der WW Wohnwagon GmbH, ihr Unternehmen und den Wohnwagon, ein besonderes Tiny House auf Rädern, das aus natürlichen Baumaterialen wie Lärchen- und Fichtenholz, Schafwolle und Lehmputz gebaut wird und auf Wunsch zu 100 % autark funktionieren kann. Autark bedeutet hierbei, dass der Wagen vollständig ohne externen Anschlüsse, wie Wasser, Strom oder Gas auskommt.

Foto: wohnwagon.at

Strom und Wärme

Der Strom wird von einem Insel-Photovoltaiksystem mit Solarzellen auf dem Dach erzeugt, für Heizung und Warmwasser sorgt eine Kombination aus Solarthermie und einem Holzofen mit Warmwasserspeicher. In dem Wagen befinden sich auch eine Bio-Komposttoilette und sogar eine Dusche. Eine Dusche ohne Wasseranschluss? Sie fragen sich, wie das funktionieren kann?

Wasserkreislauf

Für die Wasseraufbereitung gibt es mehrere Varianten. Die einfachste Variante nutzt einen gewöhnlichen Wasserleitungsanschluss, wobei das Abwasser in eine Pflanzenkläranlage auf dem Dach geleitet wird. Die zweite Variante leitet das Wasser nach der Pflanzenkläranlage auf dem Dach in einen Teich in der Nähe des Wagens. Dadurch entsteht ein halbgeschlossener Wasserkreislauf, wobei das Teichwasser mit einem Trinkwasserfilter aufbereitet wird. Für die, die echte Wasserautarkie wollen, gibt es eine aufwändigere Variante mit geschlossenem Wasserkreislauf, bei dem zusätzliche Technik und Spezialfilter zur Wasserreinigung eingesetzt werden.

Foto: wohnwagon.at

Fazit

Tolle Sache, vor allem für Singles und Minimalisten die mit wenig auskommen, oder für jeden, der sich von seinen angesammelten materiellen Besitztümern trennen und einfacher und umweltbewusster leben will. Sicherlich für manche eine Herausforderung und eine lehrreiche Konfrontation mit dem eigenen (Konsum-)Verhalten. Für Familien mit Kindern ist der Wohnwagon, aufgrund der geringen Wohnfläche, eher weniger geeignet. Dann kommt vielleicht jedoch ein richtiges Haus, das die Firma Wohnwagon inzwischen ebenfalls anbietet, infrage.

Jan Reitsma

Jan Reitsma

Ich bin gebürtiger Niederländer und absolvierte ein FH-Studium Umwelttechnik und bin Übersetzer für Deutsch und Niederländisch. Mit Texten und (technischen) Übersetzungen helfe ich Organisationen und Firmen dabei, Ihre nachhaltigen Ziele zu erreichen. Ich lebe und arbeite in der Nähe von Potsdam.